VIEL NACHDENKEN

Die Weihnachtszeit ist schön. Der Duft von frischen Plätzchen liegt in der Luft und erfüllt mich mit Glück. Es riecht nach gebrannten Mandeln, Zimt und anderen Gewürzen. Wie in einer Weihnachtsbäckerei aus einem alten Kinderlied. Erinnerungen an eine andere, längst vergangene Zeit holen mich ein: Wie oft haben Mama und ich früher im Advent zusammen gebacken... Das Schönste für mich als Kind ist das Essen des Teiges gewesen und später, wenn noch etwas übrig war, das Verputzen der liebevoll verzierten Lebkuchenfiguren.
Seltsam, dass ich jetzt schon darauf zurückblicke, obwohl meine ganze Zukunft noch vor mir liegt. Dennoch frage ich mich auch oft, was später einmal sein wird. Wird mein Traum in Erfüllung gehen, dass ich Journalistin werde? Werde ich heiraten, Kinder bekommen und ein Haus haben? Oder wird es völlig anders sein, als ich es mir vorstelle? Vielleicht werden Dinge geschehen, die ich im Moment nicht einmal erahnen kann. Ich könnte reich und berühmt sein. Oder arm. Vielleicht auch beides?
Die Vorweihnachtszeit ist wohl auch die Zeit der Besinnlichkeit. In keinem anderen Monat denkt man so viel nach wie im Dezember. Jahresrückblicke laufen im Fernsehen – und ich frage mich wieder einmal, wo dieses Jahr geblieben ist. Die Zukunft wird wahrscheinlich doch schneller in der Gegenwart sein, als mir lieb ist. Der Lebkuchen-Keks knackt in meinem Mund und draußen wird es immer kälter. Ich frage mich, wann es endlich schneit ...

VERÖFFENTLICHT IN: POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN AM 08. DEZEMBER 2011

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